Plan & Route

Eine der meistgestellten Fragen ist immer die nach der Route, bzw. wie ich von A nach B, oder in meinem Fall von NYC nach SF auf dem Rad finde. Nein, ich benutze kein Navi oder Google-Maps auf dem Iphone, sondern noch Landkarten aus Papier. Nach längerer Suche stieß ich auf die „Adventure Cycling Association“, die in etwa mit dem ADFC in Deutschland vergleichbar ist. Sie hat ein riesiges Radkarten-Netzwerk im Angebot, welches über die letzten Jahrzehnte von Radfahrern ausgebaut wurde. Dort kann man sich also Karten ‚zusammenstellen‘, um seine gewünschte Route zu finden.

Grundsätzlich gab es für mich zwei mögliche Routen:

  1. Die Klassische ‚Transamerica‘-Route durch die Mitte um dann vor den Rockies Richtung Norden abzubiegen, den Yellowstone Nationalpark und weitere Highlights mitzunehmen.
  2. Die südliche Route, evtl. in Atlanta (wo ich 2 Jahre gelebt habe) startend. Dann die Golfküste entlang, durch Texas und dann im Süden Kaliforniens ankommen.

Entschieden habe ich mich für eine Mischung, denn ich habe mir schon immer vorgestellt, wie ich an der Brooklyn Bridge losfahren würde und an der Golden Gate Bridge ankomme. Somit waren der Start der südlichen Route und die Ankunft des klassischen Transamerica-Weges hoch im Norden in Seattle ungünstig. Gegen den südlichen Verlauf sprach außerdem das Wetter in den Monaten August/September mit schwüler Hitze und vielen Gewittern.

Letztendlich werde ich mich auf meiner etwas zusammengebastelten Route von NYC auf den Weg machen. Von dort in Richtung Süden nach Washington D.C. und im Prinzip erst einmal komplett ‚geradeaus‘ nach Westen bis zu den Rockies. Von Pueblo, Colorado geht es dann in die Rockies bis auf über 10.000 Fuß (3000 Meter). Von Cedar City in Utah geht es dann gen Süden über den Grand Canyon hinweg bis kurz vor Phoenix in Arizona, wo ich auf die südliche Route treffe auf der ich dann das letzte Stück nach San Diego an den Pazifik fahre. Die letzte Etappe führt mich dann an der Pazifikküste entlang, an Los Angeles vorbei bis nach San Francisco, wo ich (hoffentlich) Anfang November ankommen werde.

Insgesamt beträgt die Route circa 7600-8000km und es werden 13 Staaten (+Washington D.C.) durchquert.

Auf der Strecke liegen unglaublich viele Highlights, auf die ich mich freue – NYC, Washington D.C., Colorado, die Rockies, der Bryce Canyon Nationalpark, der Grand Canyon, Arizona, die Pazifikküste, etc. Doch genauso bin ich gespannt auf die endlosen Weiten im mittleren Westen – es gibt sicherlich spannenderes als sich vorzustellen, einen Staat wie Kansas oder Missouri komplett zu durchqueren bei teils heftigem Gegenwind, aber genau diese Teile machen eben den Reiz einer Radtour aus.

Als schwierigsten Teil der Strecke stelle ich mir neben dem mittleren Westen das Appalachengebirge im Osten vor. Das werde ich direkt zu Beginn der Tour überqueren müssen und wie ich von anderen Radfahrern gelesen und in den Karten gesehen habe, sind dort wahnsinnig viele, steile Anstiege mit direkten Abfahrten aneinandergereiht, was unglaublich zermürbend und anstrengend ist. Natürlich werden auch die Rockies mit gewaltigen Anstiegen und circa 20kg Gepäck (inklusive Wasservorrat) kein Kindergeburtstag, aber bisher habe ich die Erfahrung gemacht, dass lange Anstiege psychologisch besser zu bewältigen sind als andauernde kurze, extrem steile mit folgenden Abfahrten. So war es für mich einfacher über die Alpen und die Pyrenäen zu kommen als mich im Zentralmassiv in Frankreich herumzuschlagen und die schlimmste Strecke meines Lebens war die Küstenstraße, die von der französischen Grenze nach Barcelona fährt, auch wenn die Ausblicke und Erfahrungen für alles entschädigen. Und so hoffe und weiß ich, dass es auch diesmal im Endeffekt alle Mühen wert sein wird.

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